Koranlese – eine Art Zusammenfassung

Inzwischen ist einige Zeit ins Land gegangen. Man ist eben vielbeschäftigt.

Ich habe im Koran weitergelesen. Inzwischen habe ich ein Drittel des Buches gelesen. Ob ich noch weiterlese, weiß ich noch nicht.

Hmm – wie kann ich zusammenfassen, was ich in der Koranlektüre gelernt habe?

Ich fasse es so zusammen: Der Koran beschreibt Gott nicht so, wie ich ihn aus dem Evangelium kenne. Ich kenne Gott sehr viel barmherziger, väterlicher, fürsorglicher, liebevoller.

Ja – vielleicht ist “Liebe” das Wort, das am besten den Unterschied zwischen dem Evangelium und dem Koran beschreibt. Gott ist die Liebe. Jedoch im Koran fehlt mir das. Da begegne ich einem strengen Gott, der strenge Regeln aufstellt, mit Strenge Unterwerfung fordert.

Ohnehin ist das Ziel von Gottes Plan im Koran und im Evangelium unterschiedlich. Das Ziel im Koran ist es, dass wir uns unter die Forderungen Gottes unterwerfen. Ob wir wollen oder nicht. Ob wir es verstehen oder nicht. Fragen sollen keine gestellt werden, einfach Gehorsam gegenüber Allah und gegenüber dem System Islam.

Währenddessen ist das Ziel des Evangeliums meine Versöhnung mit Gott. Die Versöhnung beinhaltet Gottes ausgestreckte Hand, die wir ergreifen können, aber nicht müssen. Versöhnung mit Gott bedeutet, dass wir ihn persönlich kennenlernen, sein Wesen, dass wir dem auferstandenen, lebendigen, Jesus Christus persönlich begegnen – auf einer spirituellen Ebene.

Das Evangelium ist eine Person: Jesus Christus – eine Person in der uns die Freundlichkeit Gottes begegnet. Der Islam ist ein System von Forderungen und der Ruf zum Gehorsam gegenüber bestimmten Lebensregeln, die ich zu einem großen Teil noch nicht einmal gerecht finde oder nachvollziehen kann.

Das ist für mich das, was ich aus dem Koran über den Islam und über Allah gelernt habe. Im Grunde eine Beschreibung eines Gottes, der mir bedrohlich erscheint, dem ich aus dem Weg gehen will, wenn nur irgend möglich. Nichts zieht mich von mir aus zu Allah hin oder zum Koran.

Das ist beim Evangelium anders. Da fühle ich mich geborgen, sicher, geliebt, angenommen, beschützt.

Ich höre schon sagen: “Jaaa – das ist nur weil er es nicht anders kennt.”

Nun gut – jeder darf sich selbst ein eigenes Urteil bilden. Das ist das Fazit, was ich für mich daraus gezogen habe.

Gott, mein Vater, ist die Liebe, die mir in Jesus Christus begegnet. Das ist die “Frohe Botschaft” – das Evangelium.

Werden darum in vielen islamischen Ländern Bibeln verboten? Weil diese Botschaft einfach viel froher ist, als die Botschaft des Koran? Weil dann alles auffliegen würde?

Es möge sich jeder selbst sein Urteil bilden.

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Ich lese Koran, Sure 2 ab Vers 25

25. Und bringe frohe Botschaft denen, die glauben und gute Werke tun, daß Gärten für sie sind, durch die Ströme fließen. Wann immer ihnen von den Früchten daraus gegeben wird, werden sie sprechen: «Das ist, was uns zuvor gegeben wurde», und (Gaben) gleicher Art sollen ihnen gebracht werden. Und sie werden darin Gefährten und Gefährtinnen haben von vollkommener Reinheit, und darin werden sie weilen.

Hier wird zum ersten mal das Paradies versprochen. Obwohl der Reiz von Gärten durch die Ströme fließen, und Früchte, die dargereicht werden, für einen Bewohner wüster und karger Gegenden sehr attraktiv sein muss, und obwohl man das Ganze auch metaphorisch verstehen kann (im Sinn von: Die Wüste der Stadt, des Lebens etc.) fehlt mir hier etwas. Ich glaube nicht, dass Früchte allein ein erfülltes Leben geben können. Ich glaube auch nicht, dass Gefährten und Gefährtinnen allein ein erfülltes Leben geben können. Im Übrigen, was soll das bedeuten, Gefährten und Gefährtinnen vollkommener Reinheit? Die sexuelle Konnotation ist hier ziemlich offensichtlich. Ich frage mich jedoch wie man mit mehreren Gefährten und Gefährtinnen … in vollkommener Reinheit …. das erscheint mir ein Widerspruch zu sein. Selbst wenn man sehr lockere Moralvorstellungen hat, so ist es doch im normalen menschlichen Umgang der Fall, dass eine Liebesbeziehung in der Regel exklusiv ist. Die wenigsten Menschen pflegen eine Liebesbeziehung zu mehr als einem Partner zugleich, und wenn, dann versuchen sie es zu verbergen, weil sie wissen, dass der Partner zu Recht mit Eifersucht reagiert. Dies ist eine normale menschliche Reaktion – ganze Epen wurden darüber geschrieben. In diesen Fall jedoch scheinen die vollkommen reinen Gefährten und Gefährtinnen kein Problem damit zu haben. Sind das überhaupt menschliche Wesen? Wenn nein – wo kommen sie her, was sind es für Wesen? Gewisse Fragen wirft das Ganze auf.

Doch ich will auf etwas anderes hinaus. In der Bibel besteht die Erfüllung der Hoffnung nicht allein in äußerlichen Wohltaten, die die Seele doch nicht befriedigen können, sondern in der Beziehung zu Gott.

Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. (Offenbarung 21, 3, Elberfelder 1985)

In der Bibel wird also beschrieben, dass am Ende der Zeit Gott bei den Menschen wohnt und sie eine Beziehung zueinander haben. Gott wird bei ihnen sein und sie werden zu ihm gehören und er zu ihnen. Und dies ist die viel größere innere Erfüllung, als alleine Früchte und Wasserbäche und Gefährten und Gefährtinnen, deren moralische Integrität fragwürdig ist.

Im Übrigen finde ich es interessant, dass Mohammed, hier den Begriff “Frohe Botschaft” verwendet, der ja auf Griechisch übersetzt “euangelium” oder “Evangelium” heißt. Er bringt also ein neues Evangelium. Paulus schreibt in der Bibel:

Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium, wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren. (Galater 1, 6-7, Elberfelder 1985)

Des Weiteren benutzt Paulus in der Folge noch weit deutlichere Worte, um zu sagen, dass jeder, auch ein Engel vom Himmel, der ein anderes Evangelium bringt als das, was Paulus der Gemeinde als Evangelium verkündet hat, schwere Schuld auf sich lädt. Auch Mohammed sagt ja, dass ein Engel vom Himmel ihm diese Botschaft gebracht hätte.

Man mag ja darüber denken, wie man will. Aber zumindest besteht zwischen diesem und jenem eine Verbindung, die durch den Begriff “Frohe Botschaft” in Sure 2 Vers 25 hergestellt wird. Ich würde sagen, entweder ist Galater 1,6-7 aus der Bibel ungültig oder Sure 2,25 aus dem Koran ist ungültig. Ob Christ oder Moslem – die Antwort wird sicherlich unterschiedlich ausfallen. Was aber auf keinen Fall möglich ist, ist, dass beide gleichermaßen gültig sind, da sie sich gegenseitig vollständig ausschließen.

Der Kern des Evangeliums der Bibel ist doch die Gnade Jesu Christi. Diese beinhaltet die Vergebung der Sünden durch den Glauben an Jesus Christus und an seine Erlösung. Das “Evangelium” des Korans hingegen lehrt etwas anderes – die Unterwerfung unter Allah und unter seinen Propheten Mohammed. Dies ist nicht nötig, wenn der Glaube an Jesus Christus und an seine Erlösung bereits die Vergebung der Sünden bewirkt.

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Koran – Sure 2 – Prüfungen

15. Allah wird sie Spott lehren und wird sie in ihren Freveln verharren lassen, daß sie verblendet irregehen.

16. Sie sind es, die Irregehen eingetauscht haben gegen Führung; doch brachte ihr Handel keinen Gewinn, noch sind sie rechtgeleitet.

17. Sie sind jenem Manne vergleichbar, der ein Feuer anzündete; und als es alles um ihn erhellte, nahm Allah ihr Licht hinweg und ließ sie in Finsternissen; sie sehen nicht.

18. Taub, stumm, blind: also werden sie nicht zurückkehren.

Mohammed positioniert sich hier sehr stark als Sprecher Allahs. Wenn man gar nicht an einen Gott glaubt, mag einen das alles kalt lassen. Wenn man an einen Gott glaubt, dann stellt man sich unwillkürlich schon die Frage: Warum versperre ich mich gegen Mohammed Botschaft? Denn jeder der sich versperrt, wird von Mohammed als verblendet, irregehend, nicht rechtgeleitet, frevlerhaft, taub, stumm und blind bezeichnet.

Andererseits gibt es viele Propheten und solche die es sein wollen, die mit einem solchen Anspruch auftreten. Nehmen wir einmal den indischen Guru Bagwhan, der vor einigen Jahren Mode war. Es ist ja unmöglich, allen diesen Propheten Glauben zu schenken. Es ist also notwendig, zwischen echten und falschen Propheten zu unterscheiden. Das sagte auch schon Jesus.

Bei einem solchen Anspruch, hat Mohammed also entweder ganz Recht oder ganz Unrecht. Einen Mittelweg gibt es nicht.

Nun beruft sich Mohammed auch auf andere Propheten wie Adam, Abraham, Mose, und Jesus – der für ihn nur ein Prophet ist. Wenn also Mohammed ein Prophet ist, dann muss ja der Inhalt seiner Botschaft mit diesen Propheten übereinstimmen. Wenn nicht, dann kann etwas nicht stimmen, weil ein innerer Widerspruch besteht.

Das Problem besteht nun darin, dass die Prüfungsgrundlage – die nach islamischer Sicht unverfälschte Bibel – nicht vorhanden ist. Dementsprechend positioniert sich Mohammed so, dass er sagt: Meine Worte legitimieren sich aus sich selbst, und ich sage Euch, was die unverfälschte Bibel zu sagen hatte.

Damit hat er sich jedoch selbst die Prüfungsgrundlage entzogen. Welche Prüfungsgrundlagen haben wir noch?

Jesus sagt: An ihren Früchten werdet Ihr sie erkennen. Bringt also Mohammeds Botschaft gute Früchte hervor? Das ist eine weitere Prüfungsgrundlage.

19. Oder: wie schwerer Wolkenregen, worin Finsternisse und Donner und Blitz; sie stecken ihre Finger in die Ohren, in Todesfurcht vor den Donnerschlägen, während Allah die Ungläubigen umringt.

20. Der Blitz benimmt ihnen fast das Augenlicht; wann immer er auf sie zündet, wandeln sie darin, und wenn es über ihnen dunkel wird, stehen sie still. Und wäre es Allahs Wille, Er hätte ihr Gehör und ihr Gesicht fortgenommen. Allah hat die Macht, alles zu tun, was Er will.

21. O ihr Menschen, dienet eurem Herrn, Der euch erschuf und die, die vor euch waren, auf daß ihr beschirmt seid;

22. Der die Erde gemacht hat zu einem Bette für euch, und den Himmel zu einem Dach, und Wasser hat niederregnen lassen von den Wolken und damit Früchte für euren Unterhalt hervorgebracht hat. Stellt Allah daher keine Götter zur Seite, denn ihr wißt es doch.

Dies hier interpretiere ich als einen Angriff auf das Christentum. Denn die islamische Kritik am Christentum besteht ja darin, dass in der Lehre der Dreieinigkeit Gottes (Vater, Sohn und heiliger Geist) ein “zur Seite stellen von Göttern” sei. Aber die christliche Lehre ist: Drei Personen, aber ein Gott. Eines der stärksten Argumente dafür ist aus meiner Sicht dieses: Woher soll sonst die Liebe kommen? Ist Gott nur eine einsame Person in sich selbst, wen liebt er dann und von wem wird er geliebt? Wenn Gott aber nicht liebt oder geliebt wird, dann hat der Mensch die Liebe erfunden. Doch das kann ja nicht sein. Denn der Mensch kann ja nicht mehr erfinden als das, was Gott ihm mitgegeben hat. Also muss die Liebe von Gott kommen. So sagt es auch der Apostel Johannes: “Gott ist die Liebe.” Im Neuen Testament ist sehr viel von der Liebe die Rede, aber auch schon im Alten Testament. Der Apostel Paulus schreibt, die Liebe ist das wichtigste. Ich bin gespannt, ob der Koran selbst ebensoviel von Liebe redet. Oder ob der Koran die Liebe nicht als so wichtig betrachtet. Das würde meine Meinung untermauern, dass ein einsamer Gott keine Liebe hervorbringen kann.

23. Und wenn ihr im Zweifel seid über das, was Wir hinabgesandt haben zu Unserem Diener, dann bringt eine Sura hervor wie diesen (Koran) und ruft eure Helfer auf außer Allah, wenn ihr wahrhaft seid.

24. Doch wenn ihr es nicht tut – und nie werdet ihr es vermögen -, dann hütet euch vor dem Feuer, dessen Nahrung Menschen und Steine sind, bereitet für die Ungläubigen.

Mohammed stellt selbst eine Prüfung auf, mit der man sein Wort prüfen können soll. Die Prüfung besteht darin: Sei selbst ein Prophet Gottes. Wenn Du es nicht kannst, dann glaube. Doch diese Prüfung ist nicht geeignet um falsche Propheten von wahren Propheten zu unterscheiden in einer Prüfung durch Nichtpropheten. Das ist aber der Normalfall. Wie – Mohammed – soll also der Nichtprophet prüfen, ob das, was Du sagst wahr ist? Diese Antwort bleibst Du uns schuldig.

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