Progressives Lieblingsargument

Wozu seinen Glauben begründen? Wozu Bibelstellen bemühen um zu erklären, was man glaubt und warum? Wozu argumentieren? Warum nicht einfach das Lieblingsargument Progessiver verwenden?

Ich kann mir nicht vorstellen dass ….

Vorteile:

  • Ist unwiderlegbar
  • Man kann damit im Grunde alles begründen
  • Man kann damit auch alles widerlegen
  • Man muss niemanden Rechenschaft ablegen über das, was man sich nicht vorstellen kann.
  • Hat im Zweifelsfall höhere Autorität als die Bibel
  • Ist als maßgebliche Leitlinie für jede Auslegung der Bibel verwendbar
  • Ermöglicht das Entkommen aus einer Situation, in der man argumentativ nicht mehr weiterkommt.
  • Vorstufe zur Empörung, falls die Diskussion dennoch einen weiteren Verlauf nehmen sollte.

Eine wahre Wunderwaffe in allen Situationen!

Denn merke: Was sich ein Progressiver nicht vorstellen kann, das kann es auch nicht geben.

So einfach ist die Welt manchmal.

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Lieber nicht glauben als irgendwas glauben

“Ich kann halt nur so glauben, sonst würde ich kein Christ sein wollen” schrieb sinngemäß ein Diskussionsteilnehmer als Antwort auf eine biblische Auslegungsfrage auf deren Details es hier nicht ankommt. “Was ich von Ihnen lese erzeugt in mir das Bedürfnis Atheist zu werden, weil ich keinen Anschluss daran finde” schrieb ein anderer in einer anderen Diskussion über die Anwendung der Regeln der Logik bei der Auslegung der Bibel – hier der Schöpfungsberichte. Dieses Argument scheint zur Zeit sehr in Mode zu sein, wenn man den Versuch wagt, mit theologisch Progressiven über den Wahrheitsgehalt ihrer Lehre auf der Basis der Bibel zu diskutieren. In die gleiche Kerbe schlägt Jürgen Mette indem er warnt: “Die Scharfrichter der reinen Lehre suchen das schwarze Schaf und brandmarken ihm eins ins Fell, dass es sich nicht mehr unter die Menschen traut.” und “Das vehemente Urteil dieser lieblosen und gnadenlosen Frömmigkeit, produziert für jeden Komplizen, den es für sich gewinnt, mindestens einen Geschädigten, der für den Rest seines Lebens gegenüber dieser Art zu glauben geradezu immunisiert ist. ” Starke Worte. Um sein Argument zu bekräftigen bemüht er die alte – und falsche – Figur der Pharisäer und Schriftgelehrten “Wortwächter” die ja schon immer die Menschen vor den Kopf gestoßen hätten, weil sie das Wort Gottes zu ernst nahmen . (Falsch, weil sie die Heiligen Schriften nicht kannten und auch nicht die Kraft Gottes [Mk 12,24], weil sie den Schriften nicht folgten [Mt 23,3], weil ihre Rechtschaffenheit zu gering war [Mt 5,20], weil Jesus sie stets mit Argumenten der Schrift widerlegte [Mt 12,3.5; Mt 19,4; Mt 22,31; Mk 12,10; Mk 12,26; Lk 6,3] – gerne auch mit einem spöttisch tadelnden “Habt Ihr nicht gelesen…?” eingeleitet).

Würde es stimmen, was dieses zur Zeit populäre Argument fordert, dann wäre der sich daraus ergebende Umkehrschluss : Wir müssen aufhören biblische Wahrheit und vernünftiges Denken ins Spiel zu bringen, zu verkündigen oder in einer Debatte zu verwenden, damit wir kein Schäfchen vertreiben.

Passend dazu erklärte in der letzten Woche der progressive Vordenker Jay auf der Hossa facebook Seite, dass er nicht an die Jungfrauengeburt glaubt und dass es ihm leichter fällt sich in den christlichen Glauben als Ganzes fallen zu lassen, seitdem er nicht mehr denkt, dass er an sie glauben müsste. Auch hier fällt wieder die Begründung, dass die Jungfrauengeburt vielen Menschen der Moderne zum besonderen Zweifelstein wird und ihnen Mühe macht, sich dem Glauben zu nähern.

Würden wir das oben gebrachte Argument ernst nehmen wäre in diesem Fall darauf zu verzichten darüber zu diskutieren, ob die Jungfrauengeburt nun wirklich wichtig für den christlichen Glauben ist. Außerdem wäre natürlich darauf zu verzichten über die Jungfrauengeburt selbst zu diskutieren. Stattdessen sollten wir die frohe Botschaft, dass Jesus Gottes Sohn ist oder aber ein Mensch wie Du und Ich ist (und bestenfalls in einer allegorischen Form Gottes Sohn) oder aber irgendwas Gutes ist, das wir so richtig auch nicht verstanden haben, und froh sein, dass dadurch zahlreiche Schafe, die sich einfach nicht vorstellen können wie so eine Jungfrauengeburt funktionieren kann, in der Gemeinschaft des “christlichen” Glaubens begrüßen. Es ist nicht ganz klar, ob man sich bewusst ist welches Fass man mit dieser Argumentation aufgemacht hat. Ob man das wirklich wollte?

Oder was verstehen wir falsch?

Viele von uns theologisch Konservativen haben schon sehr viele Diskussionen mit Atheisten geführt oder waren Missionar. Man kann doch folgendes sagen: Atheisten wissen, warum sie nicht glauben. Sie haben ein Weltbild, das sie gut begründen können. Sie gehen von Grundannahmen aus, dass man nur wissen kann was man beobachten kann und selbst rational herleiten kann. Ihr Weltbild ist geschlossen und auch wenn wir uns ihm nicht anschließen, ist es doch vernünftig. Das fordert einen gewissen Respekt ab.

Man muss mal über den Vers nachdenken, den Jesus in der Offenbarung zu der Gemeinde in Laodizäa spricht:
“Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärest!” (Offb 1,4 ELB)

Ja gut, wenn die Laodizäer im Glauben heiß wären, wäre alles Bestens. Aber genau genommen sagt Jesus hier, dass es sogar besser wäre, sie wären kalt anstatt lauwarm. Warum zieht Jesus es vor, dass der Mensch im Glauben kalt sein sollte, statt lauwarm? Wäre es nicht besser wenigstens ein bisschen “christlich” zu glauben anstatt gar nicht? Wäre es nicht besser wenigstens “den äußeren Schein von Gottesfurcht,” zu haben – auch um den Preis der Leugnung ihrer Kraft? (2. Tim 3,5 Schlachter).

Nein – es ist besser gar nicht zu glauben als irgendwas. Dem lauwarm Glaubenden hilft es nichts, und alle andere verwirrt es nur. Ein ordentlicher Atheist macht keinen Hehl aus seiner Feindschaft gegen Gott. Bei ihm besteht wenigstens noch die Hoffnung auf eine Umkehr, Bekehrung eine Metanoia auf ein gründliches Umdenken – auf eine Versöhnung mit Gott. Der Lauwarme hat sich verlaufen in einem Niemandsland in dem er weder von Gottes Segnungen ganz loslassen will, aber auch nicht die Implikationen einer vollständigen Neuausrichtung seiner ganzen Denkweise auf Gottes Willen hin tragen will.

Jesus ging mit seiner Verkündigung in die Vollen. Manchmal enthielt er den Menschen das was zu sagen notwendig war nicht vor. Wenn es sein musste nahm er in Kauf, dass viele seiner bisherigen Nachfolger sich von ihm abwendeten, weil seine Rede sie vor den Kopf stieß (Joh 6,66). Es ist ganz natürlich, dass sich die menschliche Natur auf Kollisionskurs mit Gottes Willen befindet. Das kann nicht überraschen. Sollen wir jetzt Jesus dafür die Schuld geben, dass er den verlorenen Schafen nicht nachgelaufen ist? Wird Jesus seinem eigenen Anspruch nicht gerecht? Stattdessen fragt er seine 12 engsten Vertrauten, ob sie nicht auch gehen wollen (v67). Die Nerven muss man erst mal haben. Ähnlich erging es Paulus zum Beispiel auf dem Areopag wo einige seine Lehre verspotteten, als er begann von der Auferstehung Jesu zu sprechen. (Apg. 17,32) Jesus und Paulus ließen sich nicht emotional erpressen durch Androhung von Zustimmungsentzug. Gott sei Dank! Denn so fand Paulus auch in Athen einige Jünger, die sich glaubend anschlossen (v32b.34). Und so entstand das Bekenntnis von Petrus: “Herr, zu wem sollten wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt, dass du der Heilige Gottes bist. ” (Johannes 6,68b-69 ELB)

Das klingt doch gleich viel besser als etwa: “Naja – so recht kann ich das nicht glauben – aber so schlimm ist das doch nicht – oder?”

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Die Stunde des Siegers

1. Joh 5,4 Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

Letzte Woche hörte ich von einem Diskutanten den Vorwurf Christen würden sich nicht christlich verhalten, nicht liebevoll, wenn sie eine Diskussion so führen, dass sie die Diskussion gewinnen.

Bitte?

Es ist sowieso nicht modern, über Sieg zu sprechen, außer im Sport. Es ist aber notwendig, insbesondere beim Thema des Glaubens. Denn es gibt einen Konflikt. Es gibt einen Konflikt zwischen dem, wie “die Welt” tickt – wir haben das schon hier diskutiert – und dem wie der Glaube tickt.

Ich finde es spannend, dass Gofi und Jay sich im Hossa Talk #85 mit Hartl am Ende darüber wundern, dass Hartl gar nicht (so wie sie) danach bestrebt ist, die Kirche bzw. die Maßstäbe des Glaubens den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen. Nur auf diesen einen Punkt kommt es mir an.

Das ist der Gegensatz:
Überwinden versus Anpassen.

Denken Gofi und Jay und ihre Jünger darüber nach, dass es auch noch eine andere Alternative zur Anpassung gibt? Das Überwinden?

Es ist klar. Diese Welt wandelt sich dramatisch. Die Maßstäbe wandeln sich dramatisch. Darin sind wir uns einig. Es werden grundlegende Wahrheiten in Frage gestellt, und wir diskutieren heute Dinge, die wir uns vor 10 Jahre nicht mal hätten träumen lassen, dass man darüber überhaupt diskutieren kann.

Bei dieser Entwicklung gibt es Gewinner und Verlierer.
Gewinner sind die, die aus Gott geboren sind. Denn sie überwinden.
Verlierer sind die, die sich anpassen.
Auf mich machten Jay und Gofi einen stark verunsicherten Eindruck, so als ob sie sich nicht einmal sicher seien, das ewige Leben zu haben (es gab eine dementsprechende Nachfrage an Hartl gegen Ende der Sendung). Das tut mir sehr leid, und so sollte es nicht sein.

Ein weiterer aktueller Anlass ist die Antragstellung zur Trauung oder Segnung homosexueller Paare in der Evangelischen Landeskirche in Württemberg aus dieser Woche.
Über den Kompromissvorschlag zur erlaubten Segnung, der schlussendlich abgelehnt wurde, schreibt die Stuttgarter Zeitung: “Er trug den gesellschaftlichen Veränderungen in der Wahrnehmung der Sexualität Rechnung.”

Da ist es schon wieder. So denken Verlierer, so handeln Verlierer – sie passen sich an. Sie gehen mit der Welt. Sie geben nach, sie lassen nach. Sie weichen.

Wer aus Gott geboren ist wird dagegen siegen. Er stellt sich dem Konflikt, weicht nicht aus, steht ein für den Glauben und gegen die Welt. In diesem speziellen Fall konnte als Abstimmungssieg immerhin errungen werden, dass weder Trauung noch Segnung möglich sind. Teilsiege mit Signalwirkung – freilich bleibt es erschütternd dass fast zwei Drittel der Synode dennoch für den Kompromiss stimmten, wenn sie sich auch nicht durchsetzen konnten. Hier treten anderes systemische Mängel der Evangelischen Landeskirche und ihrere Verfassung zutage, das führt aber jetzt zu weit. Wichtig ist, dass alle, die sich für die Treue zum inspirierten Wort Gottes eingesetzt haben, Sieger sind – und das wären sie auch gewesen, wenn sie überstimmt worden wären. Denn das letzte Wort hat sowieso immer der, der die ganze Welt und den Tod überwunden hat: Jesus Christus.

1. Korinther 15,57 Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

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