Abenteuer Forschung “Auf der Suche nach der Gottesformel”

Am 7.10. sendete das ZDF eine Folge von “Abenteuer Forschung” mit dem Titel Auf der Suche nach der Gottesformel – Wenn Wissenschaft nach dem Glauben forscht.

Spannend – das muss ich aufzeichnen.

Einleitende Worte:

Lassen die Wissenschaften noch Raum für Gott? Brauchen die Wissenschaften Gott? Wenn ja, was macht er da? Wo ist Gott und was treibt er?

Es wurden verschiedene konkrete Themen behandelt. Auf drei davon will ich im Folgenden nach und nach antworten.

  • Der Mauerfall von Jericho
  • Meditation und Hirnforschung – der Gotteshelm
  • Evolution und Intelligentes Design

Quer zu den Themen wird das Thema Wissenschaftsphilosophie behandelt – also was verstehen wir unter Wissenschaft oder Naturwissenschaft und warum – und die historische und allgemeine Zuverlässigkeit der Bibel.

Interessanterweise wird ständig auf die Bibel Bezug genommen, nicht etwa auf eine andere religiöse Schrift, obwohl andere Schriften zumindest allgemein erwähnt werden. Aber die konkreten Diskussionen nehmen stets auf die Bibel Bezug. Und es wird kein Versuch ausgelassen zu erläutern, dass die Bibel keine zuverlässige Weltbeschreibung darstellt.

Eine zuverlässige historische Quelle ist die Bibel nicht. Aber eine Quelle für die existenziellen Erlebnisse der Menschen, die versuchen die Welt zu deuten.

Hier wird das Weltbild des Prof. Lesch sehr deutlich. Wie er zu dieser falschen Schlussfolgerung kommt, dazu später. Aber es wird schon in diesen zwei Sätzen klar, dass für ihn die Bibel nicht objektiv Richtiges berichtet, wenn auch viel subjektiv Wertvolles. Man ist fast geneigt ihm für dieses herablassende Zugeständnis dankbar zu sein. Doch das ist nicht der Fall. Eine religiöse Schrift, die lediglich falschen Trost spendet, die weder historisch zuverlässig ist noch sonst irgendwie, auf die ich mich nicht verlassen kann, wenn es ernst wird, die lediglich Erfahrungen schildert, die irgendwelche Menschen hatten die sie zu falschen Deutungen geführt haben, nein – eine solche Grundlage für mein Leben und meinen Glauben brauche ich nicht. Wenn sich herausstellt, dass die Bibel unzuverlässig ist, dann schwöre ich dem Glauben an sie ab.

Aber so weit sind wir noch nicht.

Dabei widerspricht sich Prof. Lesch im Lauf der Sendung selbst, ohne es zu bemerken.

Sie halten ihr religiösen Dokumente für Schriften, die die Welt wirklich beschreiben. Und dann erklären sie die Welt mit ihrer Religion – gegen jede Naturwissenschaft.

wirft er gläubigen Forschern vor (die gibt es nämlich auch). Er findet hier, es wäre nicht die Aufgabe einer Weltanschauung – und nichts anderes ist ein religiöser Glaube ja – die Welt zu erklären. Seltsam.

Im Abspann sagt er dann aber:

Naturwissenschaft allein liefert nämlich nur ein Naturbild. Mit Religionen wird daraus ein Weltbild.

Ein wenig amüsant ist es doch, dass der religiöse Glaube am Ende nun doch ein Weltbild ist. Was tun Weltbilder? Die Welt erklären, ihren Bedeutungsinhalt, den Sinn hinter den Beobachtungen indem sie eine umfassende erklärende Kraft entfalten und (hoffenlich) in sich logisch sind und (hoffentlich) mit der Realität übereinstimmen. Das ist die Definition eines Weltbildes.

Dr. Lesch hat auch ein Weltbild, mit dem er die Welt erklärt. Ist es religiös oder areligiös, atheistisch oder materialistisch? Ich betone das darum, weil uns das in der nachfolgenden Diskussion allen bewußt sein sollte. Sein ist nicht die Objektivität allein. Sein Weltbild steht genauso wie jedes religiöse Weltbild auf dem Prüfstand. Das ist nur fair.

So gesehen kann er fairerweise religiösen Weltbildern kaum vorwerfen, dass sie die Welt erklären. Denn er selbst tut das gleiche, in einem areligiösen Weltbild. Es sei denn er wollte a priori erklären, dass nur areligiöse Weltbilder gültige Weltbilder sind, dann aber ist die Diskussion zu Ende, bevor sie begonnen hat, weil die Antwort auf die Frage schon von Anfang an vorgegeben ist. Das ist aber hoffentlich nicht der Fall.

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