Weihnachtliche Stimmung?

Er streckt seinen starken Arm aus und fegt die Hochmütigen mit ihren stolzen Plänen hinweg. Er stürzt Herrscher von ihrem Thron, und Unterdrückte richtet er auf. (Lukas 1,51-52)

Die weihnachtliche Stimmung verfliegt langsam – es geht auf Sylvester zu. Woran dachte Maria, wenn sie an Weihnachten dachte?

Nachdem der Engel ihr verkündigt hatte, dass sie Gottes Sohn zur Welt bringen sollte sprach sie diese Worte.

Nanu? Maria, die blasse, brave, Heilige? Das sind doch eher Worte die nach Chez Guevara klingen, nach Revolution, Aufstand, Widerstand.

Maria war nie eine blasse brave Heilige. Dazu hat sie die kirchliche Tradition gemacht. Es ist ja auch viel angenehmer so, wenn sie still bei der Krippe sitzt. Und wenn das Kind in der Krippe liegt und nicht aufsteht, Ansprüche stellt und sich einmischt.

Mit der Geburt Jesu hat Gott sich eingemischt. Sein Kommen war eine Revolution. Die damals Mächtigen wurden entmachtet. Das Evangelium hat jeden Widerstand überwunden und ist lebendiger als je zuvor. Das Evangelium hat selbst die überstanden, die den Namen Gottes missbrauchten und das Evangelium für ihre Machtzwecke instrumentalisierte. Jesus hat einen Impuls in Gang gesetzt, der erst mit dem Anbruch der Königsherrschaft Gottes sein Ziel finden wird.

Theokratie denken jetzt einige. Und denken mit Schrecken an die Herrschaft der römisch katholischen Kirche im Mittelalter. An den Segen der Aufklärung – dessen erster Protagonist Martin Luther war – Verkündiger des Evangeliums. Aber ja – viele – Massen haben sich vom Evangelium losgesagt – wenn sie ihm je angehört haben und es nicht nur vorgaben, um gesellschaftliche Vorteile zu erlangen. Warum sage ich also – das Evangelium wäre lebendig wie nie zuvor und die Königsherrschaft Gottes sei etwas Gutes? Ist das nicht das Pfeifen im Walde?

Auch heute gibt es viele Hochmütige Herrscher. In ihrer säkularisierten Form sind sie nicht besser als die von Hochmut bestimmten Herrscher, die sich auf die Religion beriefen oder diejenigen, die sich auf das Heidentum beriefen. Genauso wie ihre Vorgänger missbrauchen sie die ihnen anvertraute Macht. Sie streben ih ihrem Hochmut danach, stolze Pläne in die Tat umzusetzen. Sie streben die Beherrschung der ganzen Welt unter ihren Willen an. Sie glauben, die könnten die Völker unter ihre Kontrolle bringen.

Es ist noch weit entfernt davon, dass die Menschheit eingesehen hat, dass sie ohne die Hilfe Gottes nicht auskommt. Es ist geradezu verpönt und wird als ein Zeichen von Schwachheit und Dummheit angesehen, wenn ein Politiker die Hilfe Gottes anruft.

Doch Gott ist auch ein Gentleman. Er gibt der Menschheit, was sie wünscht. Er überlässt sie ihren eigenen stolzen Plänen. Was daraus entsteht? Soll ich es wirklich erklären – und damit den Rest der Stimmung verderben, die noch da ist, das Pfeifen im Walde, das die Politiker pflichtbewusst in ihren Neujahresansprachen von sich geben – den Zweckoptimismus?

Nein – lesen Sie selbst. In der Bibel steht es. Das Buch der Offenbarung – griechisch die Apokalypse.

Was wünsche ich uns allen also zum Anbruch den Neuen Jahres? Eine Apokalypse? Nicht im Sinn eines 2012 Blockbusters. In Sinn einer Offenbarung – einer Erkenntnis von hinter dem Vorhang der sichtbaren Welt ablaufenden Ereignisse, die das Geschehen in dieser Welt bestimmten – das ja. Und die Erkenntnis, dass Zeit begrenzt ist, abläuft und dass Entscheidungen notwendig werden. Ja.

Maria wusste damals schon sehr genau, welche Stunde geschlagen hatte, als Jesus die Bühne der Welt betrat. Sie ist viel klüger, sehr viel klüger, als wir ihr zutrauen mögen.

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