Das reine Herz

Bisher haben wir ausführlich diskutiert, dass es zwei Wege gibt, um sein Lebenshaus auf den Sand zu bauen. Der erste Irrweg ist es, ohne Moral und ohne Verantwortung vor Gott ein Leben der Sünde zu leben. Der zweite Irrweg ist es, einem religiösen oder ideologischen Regelwerk zu folgen, und so ein Leben der Heuchelei aufzubauen.

Was ist denn aber nun der Weg, den Gott vorgesehen hat, um diesen scheinbaren Widerspruch aufzulösen?

Das Problem mit dem Weg der Sünde ist doch dieser, dass wir einfach nur tun, was wir wollen. Wir haben keine Lust, uns beschränken zu lassen. Wir verachten diejenigen als Heuchler – was oft auch stimmt – die ihren Wunsch der Sünde nachzugehen unterdrücken. So sind wir also mit der Sünde verwachsen und wollen nicht von ihr lassen. Der Ruf, einen anderen Weg einzuschlagen, erscheint uns geradezu unmenschlich, ja wir fühlen uns sogar in unseren Persönlichkeitsrechten eingeschränkt, selbst wenn beispielsweise nur jemand sagt, dass Homosexualität eine Sünde gegen Gott sei.

Das Problem der Weg der Heuchelei ist dieser, dass man tief im Inneren eigentlich lieber der Sünde nachgeben möchte. Man ist so streng gegen sich selbst und gegen andere, um den inneren Drang zu unterdrücken, der Sünde nachzugehen. Warum gibt es so viele Regeln? Beispielsweise warum müssen im Islam strenge Kleiderregeln für Frauen befolgt werden? Die Antwort ist einfach: Es ist der Drang nach der Sünde im Herzen der Männer. Dies ist eine sehr einfache und eine sehr unangenehme Antwort, aber sie ist wahr. Wollen Sie es etwa leugnen?

Wir sehen schon, worin das eigentliche Problem besteht. Es besteht in dem Drang zur Sünde, dem Verlangen die Sünde zu tun, die den Sünder und den Heuchler eint. Und wir haben auch schon ausführlich diskutiert, woher dieser Drang zur Sünde kommt: Aus dem Herzen des Menschen, aus dem inneren Kern seiner Persönlichkeit. Dies ist wahr, schauen Sie sich nur in der Welt um. Man kann es nicht schön reden.

Doch Gottes Rettungsplan sieht eine Lösung für dieses Problem vor:

Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen. (Phil 2, 13, Elberfelder 1985)

Gott überhäuft uns nicht mit Geboten und Regeln und überlässt das Problem uns. Nein – er hat einen Plan vorgesehen, in dem er selbst das Wollen des Guten in uns bewirken kann. Die Gebote und Regeln – wie zum Beispiel die 10 Gebote – hat er uns gegeben. Ja. Wir brauchen sie, um zu erkennen, worin sein Wesen und seine Güte bestehen. Bei logischem Nachdenken ist es absolut beruhigend zu wissen, dass Gott sich darum kümmert, dass ich nicht bestohlen werde, dass ich nicht getötet werde oder dass meine Ehe nicht gebrochen wird. Aber die Gebote geben uns nicht die Kraft oder den Willen, sie auch zu erfüllen.

Doch Gottes Rettungsplan hat vorgesehen, den Willen für das Gute zu haben.

Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben. (Hesekiel 36, 26, Elberfelder 1985)

Gott schenkt uns ein reines Herz. Ein Herz, das nicht hart wie Stein ist, sondern das Empfindungen haben kann. Und einen neuen Geist.

Nachdem wir dieses reine Herz empfangen haben, erkennen wir selbst, dass die Sünde uns zerstört, dass die langfristigen Folgen sehr schlecht für uns sind. Außerdem erkennen wir die schlechten Folgen für den anderen, gegen den wir sündigen und wir haben Mitleid mit ihm, bevor wir ihm antun, was wir erwägen. Also lassen wir es. Außerdem brauchen wir kein strenges Regelwerk mehr, keinen Druck oder keinen Zwang in der Religion, keine Kontrolle, keine Androhung von Strafe, wie dies in vielen Religionen der Fall ist. Dies alles sind Zeichen einer schwachen Religion, weil sie es nicht geschafft hat, das Herz der Menschen zu erreichen. Darum braucht eine solche Religion so viel Zwang und Druck.

Stark und unüberwindlich ist nur der Glaube, der das Herz der Menschen erreicht hat. Der ein Herz voller Liebe zu allen Menschen und zu Gott schenkt.

Und dies ist der Rettungsplan Gottes.

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