Die Erneuerung des Herzens.

Ich möchte die Beschreibung des Rettungsplans Gottes fortsetzen. Nachdem wir nun Punkt 1 “Die Vergebung der Sünde und der Anfang eines neuen Lebens unter der Herrschaft Gottes.” behandelt haben, möchte ich zum zweiten Punkt kommen, der Erneuerung des Herzens.

Um diese zu verstehen, muss uns erst die Sinnlosigkeit der äußerlichen Religiosität klar werden. Diese hat Jesus immer klar und deutlich abgelehnt. Doch das war nichts neues, denn auch im Alten Testament hat Gott durch die Propheten schon immer seine Abscheu vor den religiösen Ritualen ausgedrückt, die auf reiner Äußerlichkeit beruhen.

“Wenn ihr kommt, um vor meinem Angesicht zu erscheinen – wer hat das von eurer Hand gefordert, meine Vorhöfe zu zertreten? (Jes 1, 12, Elberfelder 1985)”

und

“Eure Neumonde und eure Feste hasst meine Seele. Sie sind mir zur Last geworden, ich bin es müde, sie zu ertragen. Und wenn ihr eure Hände ausbreitet, verhülle ich meine Augen vor euch. Auch wenn ihr noch so viel betet, höre ich nicht. (Jes 1, 14-15a, Elberfelder 1985)”

Gott hört also nicht, wenn wir beten. Er will es nicht. Er will nicht hören, wenn wir unsere religiösen Gebete plappern. Und da können wir noch so viel beten. Tagaus, tagein, fünfmal am Tag, zehnmal, oder tausendmal. Gott will es dennoch nicht hören. Er schaut weg, er will es nicht sehen. Es geht ihm auf die Nerven. Er kann es nicht ertragen.

Wir denken: Ach – wir sind so religiöse Menschen. Wir beten so eifrig und fleißig. Wir sind ganz der Frömmigkeit gegenüber Gott hingegeben.

Aber Gott denkt darüber vollkommen anders. Er verabscheut diese religiöse Übung. Warum?

“Eure Hände sind voll Blut. (Jes 1, 15b, Elberfelder 1985)”

So sind viele Menschen. Auf der einen Seite zelebrieren sie religiöse Feste, Gottesdienste, Messen, Versammlungen und Riten. Auf der anderen Seite sind ihre Hände voll Blut. Sie morden, töten oder rufen dazu auf. Oder wenn sie es nicht tun, so nehmen sie es doch billigend in Kauf, dass andere es tun. Sie nähren den Hass, der dazu führt oder stellen sich ihm nicht entgegen. Ihr Gewissen ist beschmutzt, ihre religiöse Ausübung ist beschmutzt. Sie beleidigen den Namen Gottes, wenn sie zu ihm beten. Gott will es nicht.

Aber was will Gott?

“Wascht euch, reinigt euch! Schafft mir eure bösen Taten aus den Augen, hört auf, Böses zu tun! Lernt Gutes tun, fragt nach dem Recht, weist den Unterdrücker zurecht! Schafft Recht der Waise, führt den Rechtsstreit der Witwe! (Jes 1, 16-17, Elberfelder 1985)”

Dies ist klar und deutlich. Es kommt Gott mehr auf die Reinheit des Gewissens an, als auf die religiöse Übung – eigentlich kommt es ihm nur darauf an.

Und es ist leicht zu sagen: Ach – ich bin doch kein Mörder! Wirklich?!?

Haben Sie noch nie ein Kind abgetrieben, oder es billigend in Kauf genommen? Oder versäumt, dieses Unrecht zurechtzuweisen?

Es ist leicht, sich etwas vorzumachen. Doch Gott lässt sich nichts vormachen.

Oder wie ist es mit dieser Stelle aus der Bergpredigt?

“Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht morden! Ich aber sage euch: Wer seinem Bruder zürnt, der soll dem Ortsgericht verfallen; wer aber zu seinem Bruder mit Verachtung redet der soll dem Hohen Rat verfallen und wer das Schimpfwort Narr gebraucht, der soll der Glut des Feuers verfallen. (Mt 5, 21-22, Albrecht Bibel 1926)”

Wir sehen hier also klar und deutlich, dass in den Augen von Jesus die falsche Einstellung gegenüber einem anderen Menschen ebenso verurteilungswürdig ist, wie ein Mord.

Ja – wer kann dann überhaupt zu Gott beten? Wenn dieser hohe Maßstab gilt – kann dann überhaupt ein Mensch zu Gott beten?

“Kommt doch, wir wollen miteinander rechten! spricht der HERR. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee; wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie weiß wie Wolle werden. (Jes 1, 18, Schlachter Bibel 2000)”

Gott selbst will eingreifen, Gott selbst will unsere Sünden abwaschen. Er sorgt dafür, dass sie abgewaschen werden können. Er hat dafür gesorgt durch Jesus Christus, durch die Vergebung, die wir durch ihn erfahren können.

Jedoch die religiöse Übung und der Ritus – ohne die Vergebung der Sünden durch Jesus Christus – ist in Gottes Augen nichts wert. Oder aber die andere Alternative wäre, dass ein Mensch ein so reines Gewissen hat, dass er die Vergebung der Sünden nicht benötigt. Dies ist aber schlicht unrealistisch.

Eigentlich betrifft dieser Artikel den Übergang zwischen dem Thema der Vergebung der Sünden und dem Ziel Gottes, uns ein reines Herz zu schenken. Er macht deutlich, dass die äußerliche Religiosität von Gott abgelehnt wird, wenn sie in heuchlerischer Absicht geschieht, also mit einem befleckten Gewissen. Im nächsten Artikel werde ich dann erklären, dass Gott eine geniale Lösung vorgesehen hat, die es möglich macht, weder in der Ausübung der Sünde zu versinken, noch eine heuchlerische religiöse Strenge an den Tag zu legen, wie dies viele religiöse Systeme auch heute tun. Die Lösung ist sehr einfach: Das reine Herz. Dazu aber später mehr.

Share and Enjoy:
  • Print this article!
  • Digg
  • Sphinn
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Mixx
  • Google Bookmarks
This entry was posted in Gnade, Gottes Rettungsplan. Bookmark the permalink.

Leave a Reply