Die Heuchler

Deshalb bist du nicht zu entschuldigen, o Mensch, jeder, der da richtet; denn worin du den anderen richtest, verdammst du dich selbst; denn du, der du richtest, tust dasselbe. (Römer 2,1)

Eigentlich wollte ich den Post überschreiben mit “Die religiösen Heuchler”. Doch das schränkt das Thema zu sehr ein. Doch fangen wir mit den religiösen Heuchlern an.

Paulus war selbst einer gewesen, bevor er Jesus kennengelernt hatte. Übereifrig bestand er auf der Einhaltung der Gebote Gottes. Er erkannte wohl absolut richtig, dass eine Gesellschaft, die klare ewige Maßstäbe verwirft, in der Unmoral verkommt und zerfällt.

JEDOCH – machte es die Lage nicht besser als religiöser Heuchler umherzuziehen und andere zu verurteilen. Denn er selbst wurde dadurch nicht besser.

Auch heute ist der Globus voller religiöser HEUCHLER. Sie geißeln die angebliche Unmoral der liberalen Gesellschaften, und zelebrieren eine selbsgefällige Religiösität. Sie meinen, alle Menschen zwingen zu müssen, auch mit Gewalt, sich unter einen religiösen Zwang zu beugen.

Dabei sind die selbst hinter der Fassade ihrer Religiosität lüsterne und von Hass zerfressene Menschen. Mit jedem Wort, mit dem sie andere verurteilen, verurteilen sie sich doch selbst. Denn Gott schaut nicht auf die Äußerlichkeit. Gott sieht das Herz an. Jesus sagte:

An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.

Eine Religion, die mit nichts anderem als mit Zwang und Unterdrückung auskommt, muss schon recht armselig sein. Unter all’ den Roben versteckt sich ein Mensch, der verzweifelt versucht, sich von seiner Sünde reinzuwaschen, es aber doch nicht schafft. Die Schuld dafür gibt er anderen.

Heuchler. Wie ein Sarg, der äußerlich mit eldem Holz ausgekleidet ist, innerlich aber voller Fäulnis. So sind diese Menschen. Gott weiss das.

Aber es gibt auch die anderen. Die Nichtreligiösen Heuchler. Sie haben andere Möglichkeiten gefunden, andere Menschen zu verurteilen. Sie verurteilen Menschen dafür, dass sie Fleisch essen, dafür dass sie CO2 ausstoßen, dass sie keinen Kaffee aus fairem Handel trinken, dass Sie Thunfisch genießen. Sie finden Wege zu verurteilen, abzuwerten, zurechtzuweisen. Doch gleichzeitig verurteilen sie sich selbst. Denn sie kommen sich selbst als etwas besseres vor, indem sie diese selbsterfundenne Dinge einhalten. Und es gelingt ihnen nicht, anderen Menschen die Achtung entgegen zu bringen, die sie verdient haben.

Tut Paulus nun nicht das gleiche, indem er die Heuchler so kritisiert? Das entscheiden weder Sie noch ich. Das entscheidet der, dem allein die oberste Richtergewalt im Universum zusteht: Gott.

Wir wissen aber, daß das Gericht Gottes der Wahrheit entsprechend über die ergeht, die so etwas tun.
(Röm 2, 2, Elberfelder 1985)

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