Gott ist die Liebe

Was ist denn überhaupt das wichtigste Gebot, das Gott von den Menschen fordert? Jesus wurde einmal gefragt:

Lehrer, welches ist das größte Gebot im Gesetz? Er aber sprach zu ihm: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand.» Dies ist das größte und erste Gebot. Das zweite aber ist ihm gleich: «Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.» (Mt 22, 36-39, Elberfelder 1985)

Die Liebe ist das größte Gebot. Alle anderen Gebote leiten sich aus dem Gebot der Liebe ab. Diese Botschaft ist gerade in unserer Zeit so wichtig, denn diese Zeit kennt so wenig Liebe. Paulus sagte das bereits vorher:

Dies aber wisse, daß in den letzten Tagen schwere Zeiten eintreten werden; denn die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldliebend, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, unheilig, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unenthaltsam, grausam, das Gute nicht liebend, Verräter, unbesonnen, aufgeblasen, mehr das Vergnügen liebend als Gott, die eine Form der Gottseligkeit haben, deren Kraft aber verleugnen. (2Tim 3, 1-5a, Elberfelder 1985)

In diesen Zeiten greift der Mangel an Liebe um sich. Dies ist eine logische Folge unserer selbstzerstörerischen aber selbsterwählten philosophischen Grundlage des Materialismus, der immer mehr Bereiche unseres Lebens durchdringen will. Denn Materie kann nicht lieben und nicht geliebt werden. Lieben können nur Personen. Doch wenn wir uns nur als reine Ansammlungen von Atomen oder als Zellklumpen betrachten, die wir uns im Weg stehen, dann entsteht keine Liebe.

Der Materialismus kann lediglich die Existenz von Liebe erkennen und versuchen zu erklären, woher sie kommt, sie aber niemals hervorbringen.

Ebenso ist es mit denen, die – wie Paulus schreibt – eine Form einer Religion haben, ihre Kraft aber verleugnen. Paulus äußert sich hier klar und deutlich über die Heuchlerreligionen, die den Erdboden überziehen mit ihren leeren Lehren.

Denn die Kraft der Religion ist die Liebe zu Gott und zu allen Menschen, ja die Liebe Gottes zu uns Menschen. Doch diese fehlt den Heuchlerreligionen komplett. Die Liebe. Dies versuchen sie mit entsprechener Strenge zu kompensieren, doch ohne Nutzen.

Und wenn ich alle meine Habe zur Speisung der Armen austeile und wenn ich meinen Leib hingebe, damit ich Ruhm gewinne, aber keine Liebe habe, so nützt es mir nichts. (1.Kor 13, 3, Elberfelder 1985)

schreibt Paulus. Ohne Liebe ist alles nichts. Selbst wenn ich meinen ganzen Besitz den Armen spende – ohne Liebe – Fehlanzeige. Selbst wenn ich meinen Leib opfere um Ruhm im Namen der Religion zu gewinnen – und wir wissen alle, dass dies auch heute im Jahr 2010 nach Christus keine leeren Worte sind, sondern eine allgegenwärtige Realität – aber die Liebe fehlt, dann ist es vollkommen wertlos.

Was ist Liebe?

Die Liebe ist langmütig, die Liebe ist gütig; sie neidet nicht; die Liebe tut nicht groß, sie bläht sich nicht auf, sie benimmt sich nicht unanständig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet Böses nicht zu, sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sondern sie freut sich mit der Wahrheit. (1.Kor 13, 4-6, Elberfelder 1985)

Wie oft ist Religion ungeduldig, schnell beleidigt, voller Neid auf andere, großkotzig und aufgebläht, voller Bitterkeit und freut sich über die Ungerechtigkeit, versucht aber die Wahrheit zu verschleiern.

Eine solche Religion ist nicht von Gott, denn Gott ist die Liebe.

Das alles hat zwar einen Anschein von Weisheit, in eigenwilligem Gottesdienst und in Demut und im Nichtverschonen des Leibes – also nicht in einer gewissen Wertschätzung – dient aber zur Befriedigung des Fleisches. (Kol 2, 23, Elberfelder 1985)

Dies bedeutet, dass eine solche Religion sich den Anschein von Weisheit gibt, der Dienst für Gott aber eigenwillig geschieht und nicht so, wie Gott ihn will. Die Menschen, die eine solche Religion ausüben glauben, indem sie ihren Körper so sehr der Religion hingeben, dass sie sich selbst nicht verschonen oder sich an strenge Regeln zu halten, etwas Gutes zu tun. Doch dies ist genau falsch. Denn im Endeffekt tun sie es nur, um stolz auf sich selbst zu sein. Jedoch Gott ist nicht stolz auf sie.

Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. (1.Jo 4, 16, Elberfelder 1985)

Gott ist die Liebe. Schon immer war Gott die Liebe. Schon bevor die Welt erschaffen wurde, war Gott die Liebe. Wie soll das gehen? Wen sollte Gott lieben, wenn doch noch keiner da war, außer ihm selbst? Und wie kann Gott die Liebe sein, wenn er niemanden lieben konnte? Das ist doch paradox.

Ist es nicht.

Denn das Evangelium verkündigt klar und deutlich, dass Gott ein Gott ist in drei Personen: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese sind von Ewigkeit her zusammen der eine Gott, jedoch in unverbrüchlicher Liebe miteinander verbunden. Drei Personen, ein Gott.

Und darum ist auch jede religiöse Lehre, die die Dreieinigkeit Gottes leugnet, automatisch eine Lehre, der die Grundlage der Liebe fehlt. Denn ein einsamer Gott – dem fehlt etwas ganze Entscheidendes: Die Liebe. Woher soll die Liebe denn kommen, wenn sie keine Erfindung Gottes ist? Und wie soll Gott sie erfinden, wenn er selbst nicht weiß, was Liebe ist? Dies ist unmöglich. Und darum ist auch die Religion, die das hervorbringt, eine Religion ohne Liebe. Dies ist eine Religion, die sich den Anschein der Frömmigkeit gibt, dem aber die Kraft fehlt: Die Kraft der Liebe.

Und wie zeigt Gott uns seine Liebe?

Hierin ist die Liebe Gottes zu uns gezeigt worden, dass Gott seinen einziggezeugten Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben können. (1.Jo 4, 9, eigene Übertragung)

Gottes Liebe zeigt sich uns durch Jesus Christus.

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