Ich lese den Koran

Ich habe mich entschlossen, zu versuchen, den Koran zu lesen.

Die Bibel habe ich ja schon gelesen.

Also denn.

Sure 1: al-Fatiha (Die Eröffnende)

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen. (Alles) Lob gehört Allah, dem Herrn der Welten, dem Allerbarmer, dem Barmherzigen,

Wir werden sehen, ob er dieses Versprechen auch einlöst. Ich werde frei meine Gedanken beim Lesen äußern. Ich weiß, dass dies diese Tage durchaus ein Sicherheitsrisiko sein kann, aber ich meine dass wir noch genug Freiheit des Ausdrucks der Meinung in unserem Land haben, um es zu wagen. Jetzt oder nie.

dem Herrscher am Tag des Gerichts.

Also gut, dass Gott einmal Gericht halten wird, das glaube ich auch.

Dir allein dienen wir, und zu Dir allein flehen wir um Hilfe.

Hrrm. Das ist ein wenig früh, um das zu behaupten. Für mich trifft diese Aussage nicht zu. Noch hat Allah sich nicht genug vorgestellt, damit ich genug Vertrauen zu ihm haben könnte, um ihm zu dienen. Er soll Barmherzig sein, er soll Gericht halten. Das ist alles, was man bis jetzt weiß, doch ich frage mich: Ist es auch wirklich so oder nur eine Behauptung?

Die Frage ist ja: Ist Gott, wie er in der Bibel beschrieben wird, der gleiche Gott, der auch im Koran beschrieben wird? In der Einleitung zum Koran stand drin, dass Muslime glauben, dass die Bibel verfälscht ist. Also vermutlich erst mal nein. Da die nach muslimischer Behauptung Originalbibel (die nicht verfälschte Version der Bibel) nicht existiert – nicht zur Verfügung steht, ist die Frage, ob der Gott der mutmaßlichen Originalbibel und der Allah des Koran der gleiche Gott sind, nicht zu beantworten. Es ist eine bloße Behauptung.

Also Muslime selbst sagen: Der Gott der real existierenden Bibel (von der ich wiederum glaube, dass die an das Original sehr, sehr nah herankommt) und Allah stimmen nicht überein.

In Folge dessen wäre es nicht möglich, gleichzeitig Christ zu sein als auch Muslim. Sprich, ich müsste erst Muslim werden, bevor ich von mir behaupten könnte, Allah allein zu dienen und zu ihm allein um Hilfe zu flehen.

Leite uns den geraden Weg, den Weg derjenigen, denen Du Gunst erwiesen hast, nicht derjenigen, die (Deinen) Zorn erregt haben, und nicht der Irregehenden!

Vermutlich muss ich aus Sicht des Korans als ein Irregehender eingestuft werden. Es ist noch nicht ganz klar, in welchem Punkt ich aus Sicht des Korans irre. Aber da ich kein Muslim bin, schätze ich, als Irrender eingestuft zu sein.

Sure 2: al-Baqara (Die Kuh)

Die Kuh. Was hat die Beziehung zu Gott mit einer Kuh zu tun, dass dies so am Anfang erscheint? Anscheinend – und laut Einleitung – ist der Koran nicht logisch aufgebaut, auch nicht chronologisch, sondern die Suren sind – bist auf die erste – in absteigender Länge geordnet. Das bedeutet wohl, man muss zunächst alles kennen, bevor man jeden Teil versteht. Da man aber nicht alles auf einmal kennen kann, muss man ja irgendwo anfangen zu lesen. Und das ist überlicherweise am Anfang des Buches.

Alif-Lām-Mīm

?!?! Verstehe ich nicht.

Dieses Buch, an dem es keinen Zweifel gibt, ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen,

Ich habe schon Zweifel. Und ich bin nicht der Einzige.

die an das Verborgene glauben, das Gebet verrichten und von dem, womit Wir sie versorgt haben, ausgeben und die an das glauben, was zu dir (an Offenbarung) herabgesandt worden ist, und was vor dir herabgesandt wurde, und die vom Jenseits überzeugt sind.

Vom Jenseits bin ich auch überzeugt. Ich bin allerdings verwirrt, was ich hier glauben soll. Entweder an das, was durch Mohammed als Offenbarung herabgesandt worden ist, oder an das, was Verborgen ist. Man könnte sagen: Das Offenbarte lässt Rückschlüsse auf das Verborgene zu, auf das Jenseitige.

In der Bibel ist es so:

Wie sollen sie nun den anrufen, an den sie nicht geglaubt haben? Wie aber sollen sie an den glauben, von dem sie nicht gehört haben? Wie aber sollen sie hören ohne einen Prediger? [….] Also ist der Glaube aus der Verkündigung, die Verkündigung aber durch das Wort Christi. (Römer 10,14.17)

In der Bibel ist es so, dass der Glaube entsteht durch die Verkündigung aus dem Wort Gottes – dem Wort Jesu Christi. Hier wird durchaus anerkannt, dass der Mensch erst einmal hören muss, worum es sich dreht, bevor er Glauben entwickelt. Außerdem wird anerkannt, dass zunächst der Glaube notwendig ist, bevor man Gott anruft. Was nützt ein Anrufen Gottes, an den man gar nicht glaubt?

In diesem Sinn finde ich fällt der Koran mit der Tür ins Haus. Er geht einfach mal davon aus, dass man zu Allah allein um Hilfe zu flehen hat. Punkt.

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