Ich lese Koran, Sure 2 ab Vers 25

25. Und bringe frohe Botschaft denen, die glauben und gute Werke tun, daß Gärten für sie sind, durch die Ströme fließen. Wann immer ihnen von den Früchten daraus gegeben wird, werden sie sprechen: «Das ist, was uns zuvor gegeben wurde», und (Gaben) gleicher Art sollen ihnen gebracht werden. Und sie werden darin Gefährten und Gefährtinnen haben von vollkommener Reinheit, und darin werden sie weilen.

Hier wird zum ersten mal das Paradies versprochen. Obwohl der Reiz von Gärten durch die Ströme fließen, und Früchte, die dargereicht werden, für einen Bewohner wüster und karger Gegenden sehr attraktiv sein muss, und obwohl man das Ganze auch metaphorisch verstehen kann (im Sinn von: Die Wüste der Stadt, des Lebens etc.) fehlt mir hier etwas. Ich glaube nicht, dass Früchte allein ein erfülltes Leben geben können. Ich glaube auch nicht, dass Gefährten und Gefährtinnen allein ein erfülltes Leben geben können. Im Übrigen, was soll das bedeuten, Gefährten und Gefährtinnen vollkommener Reinheit? Die sexuelle Konnotation ist hier ziemlich offensichtlich. Ich frage mich jedoch wie man mit mehreren Gefährten und Gefährtinnen … in vollkommener Reinheit …. das erscheint mir ein Widerspruch zu sein. Selbst wenn man sehr lockere Moralvorstellungen hat, so ist es doch im normalen menschlichen Umgang der Fall, dass eine Liebesbeziehung in der Regel exklusiv ist. Die wenigsten Menschen pflegen eine Liebesbeziehung zu mehr als einem Partner zugleich, und wenn, dann versuchen sie es zu verbergen, weil sie wissen, dass der Partner zu Recht mit Eifersucht reagiert. Dies ist eine normale menschliche Reaktion – ganze Epen wurden darüber geschrieben. In diesen Fall jedoch scheinen die vollkommen reinen Gefährten und Gefährtinnen kein Problem damit zu haben. Sind das überhaupt menschliche Wesen? Wenn nein – wo kommen sie her, was sind es für Wesen? Gewisse Fragen wirft das Ganze auf.

Doch ich will auf etwas anderes hinaus. In der Bibel besteht die Erfüllung der Hoffnung nicht allein in äußerlichen Wohltaten, die die Seele doch nicht befriedigen können, sondern in der Beziehung zu Gott.

Und ich hörte eine laute Stimme vom Thron her sagen: Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und Gott selbst wird bei ihnen sein, ihr Gott. (Offenbarung 21, 3, Elberfelder 1985)

In der Bibel wird also beschrieben, dass am Ende der Zeit Gott bei den Menschen wohnt und sie eine Beziehung zueinander haben. Gott wird bei ihnen sein und sie werden zu ihm gehören und er zu ihnen. Und dies ist die viel größere innere Erfüllung, als alleine Früchte und Wasserbäche und Gefährten und Gefährtinnen, deren moralische Integrität fragwürdig ist.

Im Übrigen finde ich es interessant, dass Mohammed, hier den Begriff “Frohe Botschaft” verwendet, der ja auf Griechisch übersetzt “euangelium” oder “Evangelium” heißt. Er bringt also ein neues Evangelium. Paulus schreibt in der Bibel:

Ich wundere mich, dass ihr euch so schnell von dem, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, abwendet zu einem anderen Evangelium, wo es doch kein anderes gibt; einige verwirren euch nur und wollen das Evangelium des Christus umkehren. (Galater 1, 6-7, Elberfelder 1985)

Des Weiteren benutzt Paulus in der Folge noch weit deutlichere Worte, um zu sagen, dass jeder, auch ein Engel vom Himmel, der ein anderes Evangelium bringt als das, was Paulus der Gemeinde als Evangelium verkündet hat, schwere Schuld auf sich lädt. Auch Mohammed sagt ja, dass ein Engel vom Himmel ihm diese Botschaft gebracht hätte.

Man mag ja darüber denken, wie man will. Aber zumindest besteht zwischen diesem und jenem eine Verbindung, die durch den Begriff “Frohe Botschaft” in Sure 2 Vers 25 hergestellt wird. Ich würde sagen, entweder ist Galater 1,6-7 aus der Bibel ungültig oder Sure 2,25 aus dem Koran ist ungültig. Ob Christ oder Moslem – die Antwort wird sicherlich unterschiedlich ausfallen. Was aber auf keinen Fall möglich ist, ist, dass beide gleichermaßen gültig sind, da sie sich gegenseitig vollständig ausschließen.

Der Kern des Evangeliums der Bibel ist doch die Gnade Jesu Christi. Diese beinhaltet die Vergebung der Sünden durch den Glauben an Jesus Christus und an seine Erlösung. Das “Evangelium” des Korans hingegen lehrt etwas anderes – die Unterwerfung unter Allah und unter seinen Propheten Mohammed. Dies ist nicht nötig, wenn der Glaube an Jesus Christus und an seine Erlösung bereits die Vergebung der Sünden bewirkt.

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