Advent: Gott unterbricht uns…

In der heutigen Predigt im Sonntagsgottesdienst ging es darum, dass Advent bedeutet, dass Gott uns unterbricht….

Die Bibelstelle berichtete über Johannes den Täufer und über die Ankündigung seiner Geburt. Zacharias, ein älterer Priester, hat seine üblichen Gottesdienstaufgaben ausgeführt, bis ihm ein Engel erschien. Der Engel teilte ihm mit, dass seine Frau, die bis jetzt kein Kind bekommen hatte, jetzt einen Sohn bekommen würde – den sollten sie Johannes nennen. Er würde das Volk auf das Kommen des Messias vorbereiten. Siehe Lukas Kapitel 1.

In der Predigt wurde die Frage gestellt: Gott unterbricht uns – darf er das? Das ist eine gute Frage.

Das ist eine gute Frage gerade im Hinblick darauf, dass Gott selbst ja den Gottesdienst im Tempel in früheren Zeiten so angeordnet hatte. So war es nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern auch ein Befehl Gottes, die üblichen Abläufe des Gottesdienstes sicherzustellen.

Doch Gott hatte nun weitergehende Pläne. Das Neue Testament – vor allem der Brief an die Hebräer – erinnert uns daran, dass der Gottesdienst im Tempel nicht das Original sind, sondern nur ein Abbild der Originals. Jetzt aber war die Zeit für die Ankunft des Originals, für die Ankunft Jesu Christi und für seinen Vorläufer, Johannes den Täufer. Das Original kann aber sehr wohl das Abbild der Originals stören.

Ich musste unwillkürlich an das Buch “Organisch Leiten” von Neil Cole denken, das darüber handelt, was an einer Gemeinde eigentlich echt ist, wahr und authentisch, was dagegen aber nur Routine, Tradition und an sich inzwischen überflüssig. Die Frage ist nicht leicht zu beantworten, weil die Geschichte der Gemeinde und Kirche schon 2.000 Jahre alt ist und man die Bibel schon sehr gut kennen muss, um das eine vom anderen zu unterscheiden. Wenn man die Frage für sich aber beantworten kann, dann ist es leichter auf das Reden Gottes zu reagieren, wenn er uns unterbrechen will.

Der letzte Punkt der Predigt hat mir auch gut gefallen. Die absolute Unterbrechung – Gott unterbricht die Weltgeschichte. Im Advent denken wir auch immer daran, dass Jesus einmal wiederkommen wird, um der Weltgeschichte als Ganzes den Schlusspfiff zu erteilen  schön ausgedrückt. Derzeit sprießen ja die Spekulationen ins Kraut über die Apokalypse – Maya sei dank! Damit beschäftigt sich auch die Presse: Die Welt: Die letzte Schlacht der Guten gegen das Böse.

Was wir hier erkennen ist, dass der Gedanke an ein plötzliches Ende der Weltgeschichte vielen Menschen gar nicht schmeckt. Das passt nicht in die 5- oder 10- Jahrespläne oder in die Lebenspläne. Gar nicht gut, dass die Kontrolle ein anderer hat. Trotzdem werden viele Menschen das Gefühl nicht los, dass auf unserer Welt eine Entwicklung eingetreten ist, die auf die Erfüllung biblischer Prophezeiungen hinausläuft. Und genau das ist auch richtig.

Viele Menschen spotten darüber, wie man so etwas verrücktes glauben kann. Es wird alles so weiterlaufen wie immer, denken sie, weil sie nichts anderes kennen. Was die Spötter nicht wissen ist, indem sie spotten erfüllen Sie selbst eine Prophezeiung. Sie denken es geht immer so weiter, weil sie es denken wollen. Dabei sind sie aber sehr uninformiert über das, was die Bibel dazu sagt. Vermutlich denken sie es lohnt die Mühe nicht, aber das ist ein Vorurteil. So viele biblischen Prophezeiungen sind schon eingetreten, aber das ist eine andere Geschichte.

Wie sollen wir also leben, wenn wir nicht wissen, wann Gott uns unterbrechen will, was er dann von uns will und wie es weitergehen soll? Die Antwort gibt die Bibel selbst: 2. Petrus 3,14-15a:

14 Darum, meine Lieben, während ihr darauf wartet, seid bemüht, dass ihr vor ihm unbefleckt und untadelig im Frieden befunden werdet,
15 und die Geduld unseres Herrn erachtet für eure Rettung,

Wir sollen uns von der Sünde unbefleckt halten, Vergebung suchen wo es notwendig ist, und im Frieden leben, also in einer ganzheitlichen Ausgeglichenheit die aus dem Frieden mit Gott, mit sich selbst und soweit möglich mit den Mitmenschen kommt. Dann sind wir auf Gottes Überraschungen gut vorbereitet.

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