Wovon uns Jesus erlöst hat – Gedanken aus Galater

Die Frage, wovon uns Jesus erlöst hat, wird auch im Galaterbrief beleuchtet. Der Galaterbrief behandelt das Thema des Irrglaubens der Gesetzlichkeit (also dem Irrglauben man könne durch Einhaltung von Gottes Geboten errettet werden) und bekräftigt stattdessen die Errettung durch den Glauben an Jesus Christus.

In dem Zusammenhang wird auch das Thema Erlösung angesprochen. Wovon hat uns Jesus Christus durch seinen Kreuzestod freigekauft?

In Kapitel 3 Vers 13 heißt es:

13 Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes,

Also hat uns Jesus nicht vom Teufel freigekauft, wie früher schon diskutiert. Wäre es so, dann müsste das Gesetz ja vom Teufel stammen. Das ist ja aber gar nicht der Fall. Das Gesetz kommt ja von Gott.
Jesus hat uns freigekauft vom Fluch des Gesetzes. Woher kommt nun dieser Fluch des Gesetzes? Von dem Teufel? Auch nicht.

Galater 3 Vers 10:

10 Denn die aus des Gesetzes Werken leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben (5. Mose 27,26): »Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue!«

Der Fluch des Gesetzes ergeht über diejenigen, die dem Gesetz Gottes nicht gehorchen. Wie oben schon in dem Galatervers geschrieben stammt der Fluch aus dem Gesetz des Mose, das Gott den Kindern Israel gegeben hat. 5. Mose 27,26 ist dabei nicht die einzige Stelle.

5. Mose 11,26 Siehe, ich lege euch heute vor den Segen und den Fluch: 27 den Segen, wenn ihr gehorcht den Geboten des HERRN, eures Gottes, die ich euch heute gebiete; 28 den Fluch aber, wenn ihr nicht gehorchen werdet den Geboten des HERRN, eures Gottes, und abweicht von dem Wege, den ich euch heute gebiete, dass ihr andern Göttern nachwandelt, die ihr nicht kennt.

5. Mose 30,19 Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen,

Diese Segens- und Fluchformeln sind integraler Bestandteil des Bundes, den das Volk Israel mit Gott am Sinai geschlossen hat.
Kurz gesagt trifft der Fluch jeden, der die Gebote Gottes bricht.

Es lohnt sich einmal 5. Mose das Kapitel 29 und 30 ganz zu lesen, auch das Kapitel 27 bis 28.
Dies sind wirklich Besorgnis erregende Flüche.

Um gleich einmal den Gedanken auszuschließen, dass Mose sich diesen Fluch selber ausgedacht hat, sei 5. Mose 28 genannt:

69 Dies sind die Worte des Bundes, den der HERR dem Mose geboten hat, mit Israel zu schließen im Lande Moab, neben dem Bund, den er mit ihnen geschlossen hatte am Horeb.

Gott hatte also selber geboten, diesen Fluch auszusprechen. Heftig. Aber eindeutig und klar.
Sprich – sowohl das Gesetz als auch der Fluch des Gesetzes kommen von Gott – nicht vom Teufel.

Der Fluch des Gesetzes ist nicht einfach nur, dass es so schwer ist, dieses zu erfüllen und dass man selber schier daran verzweifelt, wenn man es probiert.
Dies wäre eine rein psychologisierende Deutung, eine im Menschen selbst liegende Selbstbeschwernis.
Nein, der Fluch des Gesetzes sind göttliche Gerichte und Strafen, die ergehen, wenn wir die Gebote brechen.
Es sind göttliche Strafen und Gerichte, die von außen über den Menschen kommen, wenn dieser Gottes Gebote nicht einhält, die über ihn kommen und sein Leben zerstören.
Sie kommen auch nicht als natürliche Folgen der Gesetzesbrüche (so wie ein leeres Konto, wenn man zu viel Geld ausgegeben hat) sondern sie werden von Gott zusätzlich gesendet und verhängt im Sinn eines Strafgerichtes.
Dies wird in den o.g. Kapiteln deutlich.
Und es ist eindeutig. So eindeutig, dass es gar nicht zu leugnen ist.
Man kann versuchen es zu ignorieren, es zu umgehen, es verschämt zu verschweigen oder schönzureden, damit kein Mensch von der Botschaft verschreckt wird.
Dies wäre aber opportunistisch. In Galater 1,10 schließt Paulus aus opportunistisch zu argumentieren:

10 Will ich denn jetzt Menschen oder Gott überzeugen? Oder suche ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.

Paulus sagt was ist, nicht was Menschen gefällt.

Nun zur Erlösung. Lesen wir den ganzen Vers 13 und Vers 14 aus Kapitel 3 der Galater:

13 Christus aber hat uns losgekauft von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns – denn es steht geschrieben (5. Mose 21,23): »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt« –, 14 auf dass der Segen Abrahams zu den Heiden komme durch Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.

Hier wird ein göttlicher Tausch deutlich. Der Fluch – der von Gott über Sünder verhängt wurde – trifft Jesus Christus an unserer Stelle.
Der, der nie das Gebot gebrochen hat tritt an unsere Stelle, es findet ein Tausch statt. Er empfängt den Fluch.
Ja – es ist kein Zufall, dass Jesus nicht irgendwie starb sondern speziell am Kreuz. Er hing an diesem Holzpfahl – denn schon im Gesetz des Mose wird klar gemacht, dass so ein Tod auf einen Fluch durch Gott rückschließen lässt. Es findet ein Tausch statt:
Jesus, der Segen verdient hätte, empfängt den Fluch an unserer Stelle.
Wir, die wir den Fluch verdient haben, empfangen den Segen an Jesu Stelle.
Kann es deutlicher sein?

Genau dies ist mit dem Begriff „stellvertretende Sühne“ gemeint. Jesus erwirkt die Sühne, sprich er leitet den Fluch um, der uns treffen sollte, und der von Gott als Strafgericht für Gesetzesübertretung verhängt wurde, auf sich. „Sühne“ heißt in dem Zusammenhang, dass der Forderung Gottes nach Strafgericht in Folge des Fluches Genüge getan wurde. „stellvertretend“ in dem Zusammenhang heißt, dass das Strafgericht aufgrund des Fluches ihn traf stellvertretend für uns.

Ja – Jesus starb wegen unsrer Sünde. So bezeugt es die Schrift.
In Folge dessen kommt uns – wenn wir an Jesus glauben – der Segen zugute, der uns nicht zugestanden hätte.

Jesus starb nicht einfach als Vorbild für uns – als Vorbild der Liebe. Jesu Tod am Kreuz ist nicht einfach ein moralischer Appell mehr Liebe zu üben.
Denn das würde nur ein Gebot durch das andere – viel schwieriger zu erfüllende Gebot – ersetzen und würde uns noch viel mehr in das Versagen und in eine Verurteilung durch Gott bringen.
Denn wer schafft es schon genug Liebe zu üben? Das ist unmöglich. Viel zu schwer.

Darauf wird auch das Kapitel 5 eingehen, das richtig verstanden werden muss. Denn nur indem der Fluch durch den Glauben an Jesus beseitigt wurde, und der Segen uns zuteil wurde, mit diesem Segen wird uns auch der Geist Gottes zuteil, der in uns lebt. Und nur der Geist Gottes in uns kann diese Liebe bewirken – übernatürlich bewirken. Dies lehrt Kapitel 5. Diese übernatürliche Geistwirkung ist etwas vollkommen anderes als ein moralischer Appell. Und sie wird nur zugänglich über den Weg des festen Glaubens an die stellvertretende Sühne durch Jesus Christus. Auf keinem anderen Weg.

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